Der 44. Dresdner Graphikmarkt 2025 - eine Rückschau
Traditionell jeweils am zweiten Novemberwochenende öffnen sich die Türen des Konferenzzentrums im Deutschen Hygiene-Museum für den Dresdner Graphikmarkt. So war es auch in diesem Jahr, zum inzwischen 44. Mal.
Während am Samstag im Inneren noch letzte Kleinigkeiten zu erledigen waren, bildete sich vor dem Eingang zum Konferenzzentrum, beginnend ab etwa 9 Uhr, nach und nach eine Schlange geduldig Wartender, die bis zur Öffnung um 10 Uhr deutlich anwuchs.

Zeitiges Kommen ist in vielerlei Hinsicht lohnenswert. Wer zu den Ersten gehört, die den Graphikmarkt betreten, hat natürlich insgesamt die größte Auswahl. Aber auch dann, wenn man sich besonders für eine bestimmte Künstlerin oder einen bestimmten Künstler interessiert, ist es von Vorteil: Mitunter sind ja nur wenige Arbeiten von ihnen verfügbar. Meist gilt das Interesse der früh Kommenden auch erst einmal dem original-grafischen Graphikmarktplakat und den Graphikmarkt-Editionen. Das Plakat des 44. Dresdner Graphikmarktes wurde vom Dresdner Künstler Wolfgang Kühne gestaltet, die Samstags-Editionen, zwei Farbradierungen, schuf der Dresdner Künstler Heinz Trache.
Am Sonntag bot sich dann ein ähnliches Bild wie am Samstag. Erneut bildete sich bereits vor der Öffnung des Graphikmarktes eine Warteschlange. Die Sonntags-Editionen, zwei Blätter der Leipziger Künstlerin Stephanie Marx, ein Linolschnitt mit einem für sie typischen Tier-Maschine-Wesen „Kalkuhulator“ und ein Holzschnitt, der eines, die Dresdner zurzeit am meisten beschäftigenden Themen aufgriff, die eingestürzte Carolabrücke, erwiesen sich dabei als besondere Anziehungspunkte.

An beiden Graphikmarkttagen füllten sich die Ausstellungsräume schnell. Konzentriert gingen die Besucherinnen und Besucher von Stand zu Stand, betrachteten die ausgelegten Arbeiten sorgfältig, verglichen und nachdem sie sich einen ersten Überblick verschafft hatten, suchten viele dann erst einmal den Raum der Mappenvorlage auf, um sich alle Arbeiten einer speziellen Künstlerin oder eines speziellen Künstlers zeigen zu lassen.
Bis in den frühen Nachmittag hinein ebbte der Besucherstrom an beiden Tagen kaum ab. An der Mappenvorlage bildeten sich Warteschlagen, ebenso an der Kasse. Geduld war gefragt und wurde meist auch belohnt, vor allem dann, wenn man die begehrte Grafik schließlich nach Hause tragen konnte. Erst am Sonntagnachmittag gab es häufiger enttäuschte Blicke, wenn beim Durchblättern der Mappe einer Künstlerin oder eines Künstlers nur noch ganz wenige oder mitunter sogar gar keine Arbeiten mehr vorhanden waren.
Die Vielfalt der auf dem Graphikmarkt präsentierten Arbeiten war sehr groß.
88 Künstlerinnen und Künstler hatten insgesamt über 5.000 Arbeiten eingereicht, darunter Druckgrafik verschiedenster Techniken – Holzschnitte, Linolschnitte, Radierungen, Kupferstiche, Lithografien, Offset-Drucke – sowie Zeichnungen, Aquarelle, Collagen und Fotografien. Auch eine große Auswahl an Katalogen, Büchern, Künstlerkalendern und Postkarten lud zum Schauen und Stöbern ein.
Sieben Künstlerinnen und Künstler waren das erste Mal beim Graphikmarkt vertreten. Ihre Arbeiten wurden in einem separaten Ausstellungsraum präsentiert, um sie auf diese Weise besonders in den Blickpunkt der Besucherinnen und Besucher zu rücken. Aber sicher nicht nur deshalb konnten sich auch die Neuen über reges Interesse an ihren Arbeiten freuen.
Ein spezieller Anziehungspunkt für die Besucherinnen und Besucher war wie in jedem Jahr die Präsentation einer grafischen Technik: Hans-Jürgen Reichelt stellte die Technik der Farbradierung vor.
Die Hochschule für Bildende Künste Dresden war erneut mit einer eigenen Werkstattpräsentation auf dem Graphikmarkt vertreten, mit der Buch- und Papierwerkstatt. Unter der Leitung von Christiane Oertel zeigten Studierende der Hochschule anhand eigener Arbeiten sehr anschaulich, woraus und auf welche Weise Papier hergestellt wird. Der Stand erwies sich an beiden Graphikmarkttagen als Besuchermagnet. Die Studierenden berichteten im Nachhinein von sehr interessanten Gesprächen. Sie hätten vielen Anregungen bekommen, neue Kontakte seien geknüpft worden und einige der ausgestellten Arbeiten konnten sogar verkauft werden.

Der 44. Dresdner Graphikmarkt konnte sich über großes Besucherinteresse freuen. Wo sonst bietet sich die Gelegenheit, zeitgenössische Grafik von so vielen Künstlerinnen und Künstlern konzentriert an einem Ort zu sehen und sich über deren aktuelles Schaffen zu informieren? Sich an Schönem erfreuen, zu schauen und zu erfahren, wie aus einer künstlerischen Idee eine Grafik entsteht, das ist für Jung und Alt immer wieder Motivation, zum Graphikmarkt zu gehen.
In diesem Jahr waren sowohl am Samstag als auch am Sonntag jeweils fast 1.000 Besucherinnen und Besucher gekommen, viele davon aus Dresden und Umgebung. Aber die Ausstrahlung des Dresdner Graphikmarktes reicht weit über Sachsen hinaus. Gäste kamen auch aus Niedersachsen, NRW, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.
Auch für viele der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern ist der Graphikmarkt zu einem Fixpunkt im Jahr geworden, um sich mit Künstlerkolleginnen und –kollegen zu treffen, sich auszutauschen und sich gegenseitig über aktuelle Projekte und Vorhaben zu informieren.
Der 44. Dresdner Graphikmarkt wäre nicht möglich gewesen, ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die neben den Vereinsmitgliedern an beiden Graphikmarkttagen sowie beim Auf- und Abbau tatkräftig mitgewirkt haben. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Thomas Kohlert, Johannes Schenkel, Gisela Henker, Ulrike Scheffler, Andreas Dziolloß, Ulrich Pötschke, Dr. Bernhard Sebastian, Ursula Strozynski, Gudrun Trendafilov und Biljana Vardjieva-Winkler.
Ein besonderer Dank gilt den privaten Spenderinnen und Spendern, die durch eine Überweisung auf das Spendenkonto des Dresdner Graphikmarkt e.V. den Verein wirkungsvoll unterstützt haben. Herzlichen Dank!
Ebenso herzlich möchten wir uns bei den Besucherinnen und Besuchern bedanken, die ihre Wertschätzung für den Dresdner Graphikmarkt durch eine Spende in die am Ausgang aufgestellte Sammelbox zum Ausdruck gebracht haben. Ganz besonders gefreut haben wir uns über ein Kärtchen in unserer Sammelbox, mit dem eine Besucherin oder ein Besucher mit herzlichen Worten und einer Spende die Arbeit des Dresdner Graphikmarkt e.V. und sein großes Engagement für die zeitgenössische Grafik im Interesse von Kunstschaffenden und Kunstinteressierten gleichermaßen gewürdigt hat. Wir haben uns sehr über diese Anerkennung gefreut.
Wenn auch Sie die Arbeit des Dresdner Graphikmarkt e.V. unterstützen möchten, dann nutzen Sie dazu gern das Spendenkoto bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden:
Dresdner Graphikmarkt e.V.
IBAN: DE02 8505 0300 0221 3125 52
BIC: OSDDDE81XXX
Wir sind für jede Spende dankbar!
Für das kommende Jahr merken Sie sich bitte vor:
Der 45. Dresdner Graphikmarkt wird am 14. und 15. November 2026 stattfinden, wie immer am zweiten Novemberwochenende, im Konferenzzentrum des Deutschen-Hygiene-Museums Dresden. Sie sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Bleiben Sie uns gewogen.
Dresdner Graphikmarkt e.V.
